Perimenopause erkennen und Beschwerden gezielt lindern

Schlafprobleme, Stimmungsschwankungen oder ein veränderter Zyklus können erste Anzeichen der Perimenopause sein – oft lange vor der letzten Regelblutung.

Wer die hormonelle Übergangsphase früh erkennt, kann Beschwerden besser einordnen und gezielt gegensteuern.

Was ist die Perimenopause?

Die Menopause erhält heute deutlich mehr Aufmerksamkeit als noch vor einigen Jahren. Weniger bekannt ist, dass die hormonellen Veränderungen bei Frauen natürlicherweise bereits viele Jahre vorher beginnen. Diese Übergangsphase wird als Perimenopause bezeichnet. Sie kann Beschwerden verursachen, die Alltag und Wohlbefinden erheblich beeinflussen.

Wichtige Begriffe im Überblick:

·       Perimenopause: Die Jahre vor der letzten Regelblutung, die von unregelmäßigen Zyklen und Hormonschwankungen geprägt sind.

·       Menopause: Der Zeitpunkt der letzten Regelblutung. Die Menopause gilt als erreicht, wenn 12 Monate lang keine Regelblutung mehr auftrat.

·       Postmenopause: Vom Beginn der Menopause bis zum Lebensende.

In welchem Alter beginnt die Perimenopause?

Bei den meisten Frauen setzen die ersten Veränderungen mit Mitte 40 ein. Sie können jedoch auch bereits Ende 30 beginnen oder erst mit Ende 40 auftreten. Dauer und Verlauf unterscheiden sich somit stark von Frau zu Frau und werden insbesondere von Genetik und Lebensstilfaktoren beeinflusst. So können zum Beispiel Rauchen, Alkoholkonsum, chronischer Stress oder Vitalstoffmängel zu einem verfrühten Eintritt der Perimenopause führen. Das durchschnittliche Alter bei Eintritt der Menopause liegt in Europa bei ungefähr 51 Jahren.

Häufige perimenopausale Beschwerden wie Erschöpfung, Schlafstörungen, Reizbarkeit oder Konzentrationsprobleme sind unspezifisch, sodass die Perimenopause häufig nicht als Ursache in Betracht gezogen wird und viele Frauen erst spät die Diagnose erhalten.

Eine bessere Information der Bevölkerung und gezielte Schulungen von Therapeuten sind somit wichtige Maßnahmen, um Fehldiagnosen und Fehlbehandlungen zu vermeiden und stattdessen gezielte individuelle Strategien zu finden, die das Wohlbefinden der Frauen in dieser Lebensphase fördern.

Was passiert hormonell?

Während der Perimenopause nimmt die Zahl der reifungsfähigen Eizellfollikel allmählich ab. Eisprünge finden unregelmäßiger statt, wodurch auch Progesteron, das Gelbkörperhormon, nicht mehr in jedem Zyklus in gleicher Menge gebildet wird. Gleichzeitig kann der Estradiolspiegel zunächst stark schwanken und zeitweise sogar erhöht sein. Erst im späteren Verlauf treten niedrigere Estradiolspiegel häufiger auf. Estradiol (E2) ist die wirksamste und biologisch aktivste Form von Östrogen im menschlichen Körper.

Die Beschwerden entstehen daher nicht nur durch einen Mangel an Progesteron und Östrogen, sondern vor allem durch das wechselhafte Zusammenspiel der Hormone. Die Perimenopause lässt sich deshalb treffend als Phase hormoneller Instabilität beschreiben.

Häufige Symptome während der Perimenopause

Die im Folgenden aufgeführten Beschwerden können einzeln, in wechselnden Kombinationen und mit sehr unterschiedlicher Intensität auftreten. Manche Frauen bemerken kaum Veränderungen, andere fühlen sich über Jahre deutlich beeinträchtigt.

Veränderungen der Menstruation

Typisch für die Perimenopause sind kürzere oder verlängerte Zyklen, stärkere oder schwächere Blutungen, Zwischenblutungen und längere Blutungspausen. Auch prämenstruelle Beschwerden können zunehmen.

Hitzewallungen und Nachtschweiß

Plötzliche Wärmegefühle, Gesichtsrötung und Schweißausbrüche gehören zu den bekanntesten Beschwerden. Treten sie nachts auf, können sie den Schlaf erheblich stören.

In der US-amerikanischen SWAN-Studie wurden biologische, psychologische und soziale Veränderungen von über 3000 Frauen in der Lebensmitte über viele Jahre begleitet. Die Studie zeigte, dass die klassischen Beschwerden wie Hitzewallungen und Nachtschweiß durchschnittlich über 7,4 Jahre auftraten. Bei Frauen mit verfrühtem Beginn der Perimenopause im Durchschnitt sogar etwa 12 Jahre lang (1).

Schlaf und psychisches Wohlbefinden

Ein- und Durchschlafstörungen, Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen, innere Unruhe, Ängstlichkeit oder depressive Verstimmungen betreffen ebenfalls viele Frauen während der Perimenopause. Bei chronischem Schlafmangel kann außerdem die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit beeinträchtigt sein.

Psychische Beschwerden sollten ernst genommen werden. Hormonell bedingte psychische Probleme im Rahmen der Perimenopause und eine behandlungsbedürftige Depression anderer Ursache können gleichzeitig bestehen.

Intimbereich und Sexualität

Sinkende Östrogenspiegel können die Schleimhäute im Genital- und Harnwegsbereich beeinflussen. Mögliche Folgen sind Scheidentrockenheit, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, wiederkehrende Harnwegsbeschwerden und eine veränderte Libido.

Konzentration und weitere körperliche Veränderungen

Viele Frauen berichten über Vergesslichkeit, Wortfindungsstörungen und „Brain Fog“, also ein Gefühl von „Gehirnnebel“. Hinzukommen können Brustspannen, Kopfschmerzen, Migräne, Muskel- und Gelenkbeschwerden, Herzklopfen sowie Veränderungen von Haut, Haaren und Körperzusammensetzung. Häufig nimmt der Bauchumfang zu, auch wenn sich das Körpergewicht nur wenig verändert.

Wie wird die Perimenopause festgestellt?

Es gibt keinen konkreten Labortest, um den Beginn der Perimenopause nachzuweisen. Die Einordnung erfolgt bei den meisten Frauen anhand des Beschwerdebildes. Ein möglicher Hinweis kann ein erhöhter FSH-Wert (Follikel stimulierendes Hormon) zu Beginn des Zyklus sein, idealerweise an Zyklustag 2 bis 5. Dies deutet auf eine abnehmende Funktion der Eierstöcke hin, wodurch das Gehirn mehr FSH bildet.

Zur Erleichterung der Diagnosestellung ist es sinnvoll über mehrere Monate die Zykluslänge, Blutungsstärke, Hitzewallungen, Schlaf, Stimmung und weitere Beschwerden zu erfassen. Wichtig ist außerdem, dass weitere mögliche Ursachen für die vorhandenen Beschwerden abgeklärt werden. Hierzu zählen unter anderem Schilddrüsenerkrankungen, das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS), das chronische Fatigue-Syndrom z. B. nach viraler Infektion, Insulinresistenz und Diabetes Typ 2 sowie verschiedene Mikronährstoffmängel wie ein Mangel an Eisen, Magnesium, B-Vitaminen oder Vitamin-D-Mangel. Bei vielen Frauen liegen solche Begleitursachen parallel zur Perimenopause vor und können das Beschwerdebild verschlechtern oder überlagern.

Was hilft bei Beschwerden in der Perimenopause?

Im Folgenden stellen wir wichtige Maßnahmen vor, die dabei helfen können die Beschwerden der Perimenopause zu lindern.

Hormonersatztherapie

Bereits in der Perimenopause kann eine Hormonersatztherapie mit bioidentischen Hormonen, die Progesteron, Estradiol und Testosteron umfasst, sinnvoll sein und einen großen Effekt auf das Wohlbefinden haben. Eine solche Therapie wird unter ärztlicher Anleitung durchgeführt. Ausschlussgründe sind z. B. eine Vorgeschichte mit hormonabhängigem Brust- oder Gebärmutterkrebs.

Ernährung als langfristige Basis

Der Fokus der Ernährung sollte auf natürlichen, unverarbeiteten Lebensmittel liegen. Zwei besonders wichtige und oft nicht ausreichend adressierte Aspekte sind die Versorgung mit Protein und Ballaststoffen. Beide Komponenten sind unter anderem wichtig für die Gesundheit von Stoffwechsel, Hormonsystem und Darm. Für die Proteinzufuhr empfehlen Experten etwa 1,5 bis 2 g Protein pro Kilogramm Körpergewicht. Als Richtwert für eine ausreichende Ballaststoffzufuhr gelten mindestens 30 g Ballaststoffe pro Tag.

Zu vermeiden sind insbesondere raffinierter Zucker und Weißmehl, sonstige stark verarbeitete Lebensmittel sowie Alkohol und Softdrinks. Diese Produkte fördern chronische Entzündung, Insulinresistenz und Vitalstoffmängel und können somit die Beschwerden weiter verschlimmern oder weitere Probleme auslösen.

Ausführlichere Informationen zum Thema Ernährung und Ballaststoffversorgung finden Sie in unseren Blogs „Präbiotika: Nahrung für die Darmflora“ sowie „Stabile Blutzuckerwerte dank gesunder Ernährung“.

Bewegung für Muskeln, Knochen und Stoffwechsel

Regelmäßige Bewegung unterstützt Muskelmasse, Knochengesundheit, Herz-Kreislauf-System und Stressabbau. Sinnvoll ist eine Kombination aus Ausdauertraining, mindestens zwei Krafttrainingseinheiten pro Woche, vermehrte Alltagsbewegung sowie Mobilitäts- und Gleichgewichtsübungen.

Eine besonders große Relevanz für die Knochengesundheit und die Prävention von Osteoporose hat Krafttraining mit schweren Gewichten. Training mit Körpergewicht oder leichten Gewichten ist kein ausreichender Impuls für die Verbesserung oder Erhaltung der Knochendichte. In unserem Beitrag „Ganzheitlich gegen Osteoporose“ erhalten Sie einen tieferen Einblick in das Thema.

Schlaf und Stressregulation

Konstante Schlafenszeiten, ein kühles und dunkles Schlafzimmer sowie eine entspannende Abendroutine ohne Bildschirme können den Schlaf verbessern. Entspannungsverfahren, Atemübungen, Yoga oder Meditation helfen vielen Frauen, mit innerer Unruhe und Stress besser umzugehen. Anhaltende Schlafprobleme sollten jedoch abgeklärt werden, da auch Schlafapnoe oder andere Schlafstörungen dahinterstecken können.

Nahrungsergänzungen in der Perimenopause

Verschiedene Allvital-Produkte können eine wertvolle Unterstützung in der Perimenopause darstellen. Grundsätzlich empfehlen wir die Einnahme von Nahrungsergänzungen mit einem ganzheitlich arbeitenden Therapeuten abzustimmen und regelmäßig Laboruntersuchungen durchzuführen, um zu klären, ob die gewählten Dosierungen und Präparate noch passend sind.

Meno Balance Komplex

Der Meno Balance Komplex kombiniert 21 ausgewählte Pflanzenstoffe und Vitalstoffe und wurde konzipiert, um Frauen in der Perimenopause und danach gezielt zu unterstützen. Enthalten sind u. a. Pflanzenextrakte aus Soja, Rotklee, Maca, Leinsamen, Yamswurzel und Mönchspfeffer. Diese Extrakte werden häufig in der Naturheilkunde in Zusammenhang mit dem Hormonsystem bei Frauen eingesetzt. Zusätzlich enthalten sind Vitalstoffe wie B-Vitamine, Vitamin C, Vitamin D sowie Coenzym Q10. Ausführliche Informationen zur Zusammensetzung erhalten Sie im Produkt-Blog zum Meno Balance Komplex.

Weitere Vitalstoffe

Je nach individueller Mikronährstoffversorgung können weitere Nahrungsergänzungen wichtig sein. Besonders relevant in der Perimenopause sind oftmals:

·       Vitamin D3 und K2: Vitamin D3 unterstützt die Aufnahme und Verwertung von Calcium und trägt gemeinsam mit Vitamin K2 zur Erhaltung gesunder Knochen bei. Eine bedarfsgerechte Versorgung gewinnt daher gerade mit Blick auf die langfristige Knochengesundheit an Bedeutung. Unser Präparat Vitamin D3 + K2 kombiniert beide fettlöslichen Vitamine in praktischer Tropfenform.

·       Omega 3: Die Omega-3-Fettsäuren DHA und EPA sind wichtige Bestandteile der Zellmembranen. Sie tragen unter anderem zu einer normalen Herzfunktion bei. DHA unterstützt zusätzlich die normale Gehirnfunktion und Sehkraft. Unser Präparat DHA plus EPA liefert beide Fettsäuren aus hochwertigem Mikroalgenöl.

·       Calcium und Magnesium: Beide Mineralstoffe sind wichtig für die Erhaltung normaler Knochen. Magnesium wird weiterhin für die Muskelfunktion, den Energiestoffwechsel und viele weitere Funktionen benötigt.  Unser Präparat CalMag 2:1 kombiniert beide Mineralstoffe in einem ausgewogenen Verhältnis.

·       Antioxidantien: Eine abwechslungsreiche Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Nüssen und Samen bildet die Basis für die Versorgung mit antioxidativ wirksamen Substanzen. Ergänzend stellt das Allvital-Sortiment verschiedene Präparate mit pflanzlichen Antioxidantien bereit. Besonders beliebt ist Curcumin Plus, das Extrakte aus Kurkuma, Weinbeerenkernen, Granatapfel, Heidelbeeren, Vitalpilzen sowie viele weitere wertvolle Inhaltsstoffe kombiniert.

Fazit: Beschwerden ernst nehmen und individuell handeln

Die Perimenopause kann viele Jahre vor der letzten Regelblutung beginnen und sehr unterschiedlich verlaufen. Oftmals ist sie mit anderen Beschwerdebildern überlagert. Ernährung, Bewegung, Schlaf, Stressregulation und eine gute Vitalstoffversorgung bilden eine wichtige Basis, um das Wohlbefinden und die Gesundheit langfristig zu stärken.

Quellen

  • Avis NE, Crawford SL, Greendale G, et al. Duration of menopausal vasomotor symptoms over the menopause transition. JAMA Intern Med. 2015;175(4):531-539.

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